Montag, 23. August 2010

Burnout Massenphanome in Österreich

Burn-out Massenphänomen in Österreich.
In den letzten Tagen wurde heftig über die neue Volks-Krankheit Burn-out diskutiert und dabei sind überraschende Fakten bekannt geworden: 2,5
Millionen Tage Krankenstand wegen Burn-out bedeuten einen jährlichen Schaden für die Wirtschaft von 1,4 Milliarden Euro, das ist ein ganz schöner Brocken. Zum Vergleich: der Grund für jeden 16. Krankenstandstag sind psychische Probleme. Die Burn-out - Krankenstände sind 3 mal so lang wie normale Krankenstände, im Schnitt dauern sie 37 Tage. Ein Viertel der lohnbeziehenden ÖsterreicherInnen fühlt sich
ausgebrannt und leer, 9 von 10 berufstätigen ÖsterreicherInnen sind zuminderst gelegentlich unter Stress. In Politik und Wirtschaft spricht man eine andere Sprache, hier geht´s ums Geld. Wer soll das bezahlen?- Das fragten sich die Beiden,- und schnell waren die Verantwortlichen gefunden. Der Gesundheitsminister(SPÖ) sieht von seiner Seite keinen Handlungsbedarf und meinte, die Betriebe sollen zusätzlich mehr für die psychischen Probleme ihrer MitarbeiterInnen hinblättern(Vorsorge, Therapie, Kur etc.). Die Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein(FPÖ) ist für die psychologische Behandlung auf Krankenschein. Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher (DIE GRÜNEN), bezweifelt, dass PsychologenInnen geeignet seien, solche Behandlungen durchzuführen; das sollte wie bisher den eigens geschulten PsychotherapeutInnen vorbehalten bleiben. Das BZÖ hält psychologische Betreuung auf Krankenschein für eine gute Idee und fordert einen Burn-out-Ombudsmann. Der Gesundheitssprecher der ÖVP, Erwin Rasinger, spricht von “dringendem Handlungsbedarf” und ist für die psychologische Behandlung auf Krankenschein. Nach einer Umfrage haben 9 von 10 Personen keine Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Ich frage mich, wie es sein kann, dass in einer Zeit in der wir eine immer höhere Lebensqualität erreichen, immer besser medizinisch Versorgung genießen und in der Friede und Freiheit herrscht, wir immer psychisch labiler werden. Haben wir die Dinge verdreht, sehen wir Arbeit als Belastung? Oder haben wir einen zu großen Freizeitstress? Sind es vielleicht die täglichen negativen Meldungen über Krisen und wer jetzt wohl wieder “zur Kassa gebeten werden soll”, sprich neue Steuern, die uns psychisch belasten? Könnte es sein, dass Menschen wirklich so weit gehen, dass sie ihren Arzt “Psycho-Therapien”, um dann von ihm wegen psychischer Probleme krank geschrieben zu werden? Ein persönliches Reset bzw. Selbsteinschätzung wäre hier sicherlich hilfreich. Benötige ich das alles was mir der Gruppenzwang auferlegt, muss ich mir dieses oder jenes nur deshalb leisten, weil es andere auch haben? Erhole ich mich in der Freizeit? Ich bin mir sicher, dass sich diese Fragen jede/r ÖsterreicherIn früher oder später einmal stellen wird wenn er/sie begreift, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist und die Möglichkeit hat es zu ändern - das wäre die beste Therapie.

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