Montag, 28. Juni 2010

Österreichische Schule als Integrationsbremse.

Österreichische Schule als Integrationsbremse.
Jeden Tag hören wir wie Integration zu funktionieren hat, ob Politik oder humanitäre Einrichtungen,- alle predigen „wir müssen dies und jenes tun“ , doch die Realität beginnt oft schon vor der
Haustüre. Im Zuge der Lehrlingsausbildung in unserem Betrieb besuchen uns während der Schulzeit Schulabgänger/innen, die einen Tag im Friseursalon verbringen möchten um zu sehen, ob sie diesen Beruf einmal ausüben wollen. Auch für uns ist dies eine gute Gelegenheit um zu sehen, ob die Jugendlichen die Voraussetzungen für einen kundenbezogenen Beruf haben. Nicht selten resultiert daraus ein echter Lehrvertrag. Vor 3 Wochen kam ein Mädchen zu
uns in den Salon, freundlich und nett ; sie hatte sich in kürzester Zeit im Salon “integriert”. Nach einiger Zeit setzte ich mich mit ihr an einen Tisch und wir begannen über ihre Zukunft zu sprechen. Das Mädchen schaute mich mit großen Augen an als ich sie fragte was wohl ihr “Traumberuf” wäre, ich hakte nach und fragte: ”Verstehen Sie was ein Traum ist?”- eine stille verneinende Kopfbewegung war die Antwort. Ich versuchte noch ein Gespräch zu führen, das jedoch wegen mangelder Deutschkenntnisse sehr einseitig verlief. Bereits 5 Jahre hatte dieses Mädchen eine österreichische Schule in Graz besucht und laut dem letzten Zeugnis hatte sie in Deutsch eine 3. Wir waren etwas verwundert ,dass in 5 Jahren österreichischer Schule nicht mehr heraus kam als ein “ja und nein” mit Akzent. Eine Lehre als Friseurin, bei der täglich die Kommunikation mit Menschen im Vordergrund steht, hat sich damit in Luft aufgelöst. Uns tat das Mädchen leid und gleichzeitig war es für uns unfassbar, dass Eltern und Lehrer gemeinsam in 5 Jahren so wenig zur Integration beigetragen haben. Schade

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