Dienstag, 15. Juni 2010

Ist die Lehrlingsförderung verzichtbar Herr Leitl?

Bei den Lohnverhandlungen 2008-2009 gab es verschiedene Optionen der Förderung mit dem Ziel, die Lehrlingsentschädigung zu erhöhen.
In Betracht gezogen wurden:
a.) Das Finanzamt zahlt nach dem Jahresabschluss die Förderung an den Betrieb aus (bisheriges Vorgehen)
b.) Die Lohnkosten des Lehrlings, während der Schulzeit werden vom Bund getragen.
c.) Die Wirtschaftskammer zahlt die Förderungen aus, - geknüpft an eine sehr sinnvollen Bedingung: jeder Lehrling muss zur Mitte der Lehrzeit einen Test positiv ablegen, bei dem überprüft wird, ob er im Betrieb auch das gelernt hat, was im Lehrauftrag festgelegt wurde. Begleitend muss der Betrieb ein Protokoll vorlegen, woraus ersichtlich ist, welche Stufen mit dem Lehrling im Betrieb praktisch und theoretisch abgehandelt wurden.
Die Vereinbarung c.) wurde von den Sozialpartnern angenommen. Die Lehrlingsentschädigung, speziell im 3. Lehrjahr wurde, wenn auch stufenweise, dennoch ordentlich angehoben.
Ich finde die Vereinbarung super!
1.) Die Förderung ist an eine Leistung gebunden.
2.) Die Qualität der Ausbildung in verschieden Branchen wird dadurch erheblich verbessert.
3.) Der Lehrling hat mehr Geld in der Tasche.
Am 13.06.2010 in der Pressestunde ORF, hat sich Herr Leitl (Wirtschaftskammer Präsident) gegen Steuererhöhungen ausgesprochen und gemeint, wir könnten auch auf die teure Lehrlingsförderung verzichten. Wen hat Herr Leitl gemeint mit "wir"? Sicherlich hat er in diesem Moment an keinen Betrieb den er vertritt gedacht, oder doch?
Erst eine übermäßige Erhöhung der Lehrlingsentschädigung zu beschließen und dann die Förderung wieder zu streichen, das ist alles andere als eine gute Lösung.

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